Aber das andere. Von Frankfurt nach Frankfurt, dazwischen Weltreise. Heute ging sie zu Ende.

Letzte Etappe. Nochmak Frühstart, 8 Uhr. Und es war nicht ganz so frisch wie die letzten Tage. Aber erstmal ein paar hundert Meter Kopfsteinpflaster, die mich endgültig wachrüttelten.

Dorfkirche Wandlitz, davor fieses Kopfsteinpflaster.

Doch eigentlich kennt man Wandlitz wegen etwas anderem: in der sogenannten Waldsiedlung lebte bis 1990 die Führungsriege der DDR. Damals hermetisch abgeriegelt – heute kommt man einfach rein. Die Siedlung beherbergt ein Krankenhaus und ein Rehazentrum. Da es an meiner Route lag, fuhr ich mal rein, zu den ehemaligen Wohnhäusern von Walter Ulbricht, Erich Honecker und Erich Mielke. Nun ja, ich habe schon luxuriösere Herrschaftssitze gesehen … Es wirkt wie eine etwas gehobene 50er-Jahre-Wohnsiedlung. Was man heut natürlich nicht mehr sieht, sind die Privilegien, die die Apparatschiks gegenüber der Bevölkerung genossen.

Ehemaliger Bewohner der Waldsiedlung Wandlitz.

Grob gesagt fuhr ich nordöstlich um Berlin herum. Ländlich, aber schon deutlich dichter besiedelt als Mecklenburg-Vorpommern. Es gab schon lange kein Kuhfoto mehr.

Brandenburger Kühe.

In Woltersdorf zeigte mir Google Maps einen Edeka an, dort versorgte ich mich für eine erste Pause. Und sah eine historische Straßenbahn! Ja Wahnsinn… Wikipedia verriet, dass es tatsächlich sogar eine aktuelle Straßenbahnlinie ist. Seit 1913 verbindet sie auf 5,6 km Woltersdorf mit dem Bahnhof Berlin-Rahnsdorf. Damit ist die Woltersdorfer Straßenbahn der kleinste Straßenbahnbetrieb Deutschlands und Woltersdorf der kleinste Ort mit einer Straßenbahnlinie. Sachen gibt’s… Jetzt habt Ihr wieder was gelernt.

Woltersdorfer Straßenbahn.

Knappe 30 km waren es bis zum nächsten Ziel. Weiterhin ländlich, ich überquerte die Spree und fuhr auf wieder mal guten Radwegen mit einzelnen „Wurzelabschnitten“, die aber gut markiert waren.

Paddeln auf der Spree.

Ein Ortsteil von Storkow ist Philadelphia – die letzte Station meiner Weltreise. Weder Freedom Bell noch Frischkäse, es ist einfach ein Wohnort. Der im 18. Jahrhundert so genannt wurde, weil die hier angesiedelten Kolonisten eigentlich in die amerikanische Stadt auswandern wollten.

Hier kommt also der Frischkäse her. Okay, oder auch nicht.

Dann auf, die letzten Kilometer der Reise warteten. Bei Beeskow überquerte ich schon wieder die Spree, dort machte ich eine kurze Pause. Und erreichte kurz darauf den Kilometer 1.500 der Reise.

Schon wieder die Spree.

30 kamen noch dazu, dann war ich in Frankfurt/Oder. Start in Frankfurt, Ziel in Frankfurt, dazwischen eine Weltreise.

Arrivé à Francfort.
Ääh, das ist aber ein seltsames Auto.
Am Bahnhof Frankfurt.
Abfahrt.

Letzte Station Berlin. Es ist ja nicht immer einfach, ein Ticket für einen ICE auch für das Rad zu bekommen – meiner fuhr Donnerstag, 18.30. Also hatte ich noch einen Tag in Berlin.

Und einen Abend. Google Maps führte mich ins Hackethals, ein Restaurant in Mitte, nicht weit vom Hotel. Ein Volltreffer. Zum einen wegen der leckeren fränkischen Bratwürstchen, zum anderen wegen etwas, das ich zufällig hinter der Bar entdeckte: Pastis 51! Ein Zeichen? Eigentlich sollte es ja on den Süden Frankreichs gehen, coronabedingt blieb ich in Deutschland. Und nun endete die Reise mit einem Hauch Südfrankreichfeeling mitten in Berlin.

Santé!
Categories: Radreise

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