Gesamtstrecke: 87.37 km
Maximale Höhe: 1168 m
Minimale Höhe: 218 m
Gesamtanstieg: 1412 m
Gesamtzeit: 09:50:53
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Wieder ein Frühstart, um 7 Uhr ging’s los. Erstmal runter nach Pontcharra … dort war noch nix offen. Eine Bäckerei, da fuhr ich vorbei, ein kleiner Fehler. Erst nach einer Stunde, in St.-Vincent-de-Mercuze, kam die nächste. Frühstück gekauft, noch ein paar Minuten gefahren, dann fand ich eine schöne Bank. Baguette verspeisen, weiterfahren. Heute sollte es noch ordentlich bergauf gehen ins Vercors.

Aber erstmal blieb es flach. Im Tal der Isère in Richtung Grenoble, unterhalb des dramatisch abbrechenden Chartreuse-Massivs, von dem Wasser und Menschen fielen. Die fallenden Menschen beobachtete ich eine zeitlang, ihr Landepunkt war direkt neben der Straße. Auch Frühaufsteher, es war ja gerade erst neun Uhr an einem Sonntagmorgen.

Und es war schon wieder heiß. Wird das jetzt die ganzen drei Wochen so bleiben? Auf dicker Straße hinein nach Grenoble, sehr wenig Verkehr, Sonntagmorgen halt. In Grenoble fuhr ich erstmal durch 1970er-Jahre-Wohnungsbau, ehe ich in der Innenstadt ankam. Ein Monoprix war offen, trotz akuter Erkältungsgefahr wegen des Temperaturunterschieds im gefühlt hohen zweistelligen Bereich ging ich rein. Zweites Frühstück und Verpflegung für das Mittagessen, das würde ja wohl irgendwo am Berg fällig werden. Auch in Grenoble gibt es neue Straßenbahnen, wie häufig in Frankreich mit futuristischem Design, allerdings nur zwei Linien. Kurze Pause im Zentrum, Anruf in Deutschland, um einer Dreijährigen zum Geburtstag zu gratulieren, Kommunikation klappte leidlich.

Nach einem kurzen Abstecher ans Isère-Ufer fehlten mir die Ausreden, der Berg wartete. Mein GPS führte mich am Bahnhof vorbei entlang einer breiten Ausfallstraße an den Fuß des Anstiegs. Knappe 800 Höhenmeter warteten auf mich und mein vollbepacktes Rad. Es war steil. Es war heiß. Und ich war zu schwer. Kurz: Es war eine Quälerei. Okay, ich war ja selbst schuld. Aber die Quälerei wurde belohnt, irgendwann war ich oben. Okay, nach vielen Pausen, wg. Erschöpfung und wg. Blick zurück über Grenoble. Angenehm überraschend war, wie lange die in Grenoble gekauften Colas kühl blieben in den Taschen.

Und irgendwann war ich dann tatsächlich oben. Richtig viel bergab ging es nicht, im schönen Hochtal – landschaftlich und von den Temperaturen ein angenehmer Unterschied zum doch etwas zersiedelten Isère-Tal – fuhr ich über Lans-en-Vercors nach Villard-de-Lans, dem heutigen Etappenziel. Der Campingplatz ist kurz vor dem Ortseingang, ich fuhr erstmal vorbei, brauchte noch Verpflegung für den Abend. Es war zwar Sonntag, aber ich war mich ziemlich sicher, dass noch irgendein Pétit-Casino oder ähnliches geöffnet haben würde. Und so war es. Einkaufen, zurück zum Campingplatz.

Der war bislang der teuerste, immerhin gab es Gratis-WiFi (funktionierte nicht) und einen Fernsehraum (funktionierte). Beim Zeltaufbau ein kleiner Schreck: Vereinzelte riesige Regentropfen fielen aus dem blauen Himmel. Es blieb bei wenigen und ich rätselte nicht weiter, wo die herkamen. Das übliche, Duschen, Waschen, Essen, Buchführung, Wettervorhersagen checken. Hm, es blieb bei der Vorhersage eines Tiefausläufers, je Norden desto nass. Bei der Fahrt nach Villard hatte ich damit geliebäugelt, ein oder zwei Tage hier im Vercors zu verbringen, diese Idee verwarf ich. Letztlich war mein Ziel ja auch auf der anderen Seite der Rhône. Nun ging es in den Fernsehraum, den ich für mich alleine hatte. Gehofft hatte ich auf eine Übertragung des EM-Spiels Deutschland gegen Dänemark, zu sehen bekam ich das EM-Aus der Niederlande. Auch okay.

16. Juni
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Vier ohne Arsch

18. Juni
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Hinunter in die Provence

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