Zwei Tage Urlaub waren noch, der Vollständigkeit halber also noch ein Blogbeitrag. Es ging nochmal auf eine schöne Insel und dann mit schnellen Zügen heimwärts.

Das Rad war so schön verpackt im Zimmer – dort blieb es am letzten Tag auch. Die Île de Ré war das Ziel, ich dachte erst, ich fahre mit dem Rad hin. Nahm aber dann das Schiff. Und den Bus zurück. Erstmal lief ich aber durch das morgendliche La Rochelle zum Hafen.

Am Hafen angekommen stellte ich fest, dass ich auf der falschen Seite war. Die Schiffe zur Île de Ré legten auf der anderen Hafenseite ab, also musste ich mit dem Shuttle-Boot rübermachen. Kein Problem, dann hieß es eine knappe Stunde auf dem Schiff verbringen. Und unter der Brücke nach St.-Martin-du-Ré.

In St. Martin machte ich alles gaaanz langsam. Durch den Ort schlendern, auf den Kirchturm, an den Festungsanlagen entlang. Kleine, weiße Häuser, viele Restaurants, nicht ganz billig, ein Sportboothafen, Hotels, alles nicht so richtig günstig aber sehr idyllisch. Und in den Festungsanlagen das größte französische Gefängnis für Langzeitgefangene mit geringen Resozialisierungschancen. Ich besichtigte nichts, außer dem Kirchturm. Und setzte mich auf die eine oder andere Bank und las E-Book.

Mit dem Bus ging es dann über die große Brücke zurück. Hier war der Radstreifen abgetrennt von den Fahrbahnen, also das Radfahren wäre angenehmer gewesen als über die große Loirebrücke. Zurück in La Rochelle behielt ich mein langsames Tempo bei, lief etwas durch die Stadt, ging nochmal ins Hotel, wieder in die Stadt, was essen. Da war dann wirklich die Hölle los, Samstag abend. Man merkte, dass eine Universitätsstadt ist. Das Durchschnittsalter dürfte ungefähr bei der Hälfte desjenigen von Vichy am Anfang der Reise liegen.


Am Sonntagmorgen dann Frühstück im Hotel, und wieder zielloses Schlendern durch eine noch ausgestorbene Stadt. Die aber wirklich schön ist, was Städte angeht, sicher das Highlight der Reise.

Dann zum Bahnhof. Ewig Zeit bis zur Abfahrt, aber ein ganz klein wenig machte ich mir Sorgen, ob ich mitgenommen werde. Das Rad war zwar schön verpackt, aber doch deutlich zu groß für die Gepäckfächer. Die Sorge war unbegründet, zum Glück war La Rochelle der Startbahnhof, so hatte ich genügend Zeit, das Rad zu verstauen.

Nach gut drei Stunden fuhr ich im Gare Montparnasse ein. Nur begann noch ein Highlight, die Fahrt durch Paris. 17.09 war Ankunft im Gare Montparnasse, der ICE nach Frankfurt startete um 19.09 im Gare de l’Est. Zwei Stunden Zeit. Okay, nicht ganz, Rad zusammenbauen, Taschen dran und das ganze rückwärts musste ich noch abziehen. Auch wollte ich rechtzeitig am Gare de l’Est sein, um früh in den ICE einzusteigen. Auch da wieder – eine gewisse Nervosität war da, ob man mich mitnimmt oder nicht. Also war ich nicht ganz entspannt bei der Fahrt durch Paris, und ausgerechnet jetzt klappte die Übertragung der geplanten Route vom Handy auf das Garmin nicht. Also einfach nach Gefühl fahren. Ein paar Fotostopps musste es aber trotzdem geben.

Offensichtlich nicht nur bei mir sehr beliebter Jardin du Luxembourg
Auf der Pont des Arts
Louvre
Und angekommen am Bahnhof
Gesamtstrecke: 7.21 km
Maximale Höhe: 54 m
Minimale Höhe: 37 m
Gesamtanstieg: 34 m
Gesamtzeit: 00:41:55
Download file: Montparnasse nach Est.gpx

Wieder Taschen ab, Vorderrad raus, in die Radtasche packen. Und in den Zug. Zum Glück durfte ich früh aufs Gleis und früh in den Zug. Auch hier fand sich ein Platz für das Rad. Rasant ging es durch Frankreich, in Deutschland wurde es dann langsamer. Zum einen war es keine Hochgeschwindigkeitsstrecke mehr, zum anderen gab es irgendwelche Probleme mit vorausfahrenden Zügen und schwupps gab es nach etwa 30 Minuten in Deutschland eine Verspätung von 15 Minuten. Mir relativ egal, Frankfurt war mein Ziel. Aber diejenigen, die dort nach Leipzig, Berlin oder Hamburg umsteigen wollten, wurden etwas nervös. Sie haben es geschafft. Und ich auch. Kurz vor 0.00 Uhr war ich zu Hause.

At home


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